Bericht Bieler Tagblatt 17.04.2020

Eine Chance, über das Lebensende nachzudenken

Die Coronakrise erinnert die Menschen an die eigene Sterblichkeit. Zeit, sich Gedanken über eine Patientenverfügung zu machen, finden Fachleute wie die Brügger Hausärztin Theres Koller-Stebler.

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann dramatisch verlaufen und rasche Entscheide nötig machen. Will man im Notfall auf der Intensivstation im Spital an die Beatmungsmaschine oder nicht? Wer nicht mehr in der Lage ist, sich darüber zu äussern, für den treffen die Ärzte zusammen mit Angehörigen oder anderen Vertretungsberechtigten die Entscheidung. Und die ist womöglich nicht im Sinne des Betroffenen. Deshalb macht sich die Brügger Hausärztin Theres Koller-Stebler dafür stark, die Menschen für eine Patientenverfügung zu sensibilisieren. Sie sagt: «Ich mache die Erfahrung, dass sehr viele keine haben.» Wenn es eilt, wäre das aber wichtig, denn: «Eine Patientenverfügung hilft den Betroffenen, dass sie genau jene Therapie erhalten, die sie sich wünschen – oder aber von den Therapien verschont bleiben, die sie sich nicht für sich gewünscht hätten.»

Auf Covid-19 bezogen wären Ärzte froh, die Stellungnahme der älteren Menschen zu kennen, sagt Theres Koller-Stebler. Der Grund: Im Fall eines Grossandrangs schwerkranker Coronapatienten wird jeder verfügbare Beatmungsplatz in den Spitälern gebraucht. Es ist daher nicht sinnvoll, wenn diese von Patienten belegt sind, die eine solche Behandlung gar nicht wollen. Eine Patientenverfügung würde im Sinn einer vorausschauenden Planung Klarheit schaffen. Viele wollen nicht ins Spital.

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